The Moon that Embraces the Sun – Review

19 Apr

Mit einer Einschaltquote um die 40% ist The Moon that Embraces the Sun bis jetzt das erfolgreichste Drama dieses Jahres in Korea gewesen. Sieht man das im Vergleich zu den 3 im Moment laufenden Dramen Equator Man, Rooftop Prince und King 2 Hearts, die alle bis jetzt nicht einmal die 15%  Grenze überschritten haben, wird klar deutlich, dass 40% nicht von schlechten Eltern ist. Doch stellt sich die Frage hohe Einschaltquote = gutes Drama? Meiner Meinung nach? Wohl eher nicht.

Ich war relativ optimistisch, bevor ich das Drama angefangen habe, schließlich war die Autorin keine andere als die von dem Drama, dessen Titel ich immer wieder googeln muss, Sungkyunkwan Scandal. Die ersten Folgen sahen schon mal gut aus, die jungen Schauspieler gaben ihr Bestes und die Handlung ging rasch voran. Die Sterne standen mehr als gut, dass TMTETS mich bis zum Ende begeistern würde und doch muss ich leider gestehen, dass dies zu 99.999% Wahrscheinlichkeit eher ein frustrierter Post wird.

Die kurze Version der Story:  Wol, eine Schamanin, wurde als Heo Yeon Woo geboren, die Tochter einer noblen Familie und schafft es das Herz des Kronprinzen Hwon für sich zu gewinnen. Ihre Feinde, neidisch auf die Position ihrer Familie im Hof, intrigieren gegen sie und planen ihren Tod, dem sie nur dank der Schamanin Nok Young entkommt, die sie rettet und bei sich aufnimmt. Jahre später trifft ein verbitterter Hwon, der nun König ist, auf Wol, die keinerlei Erinnerungen an ihre Vergangenheit hat.

Die Handlung hat mich vom ersten Moment an fasziniert, denn wenn es eine Sache gibt, mit der man mich immer wieder locken kann, dann sind das epische Liebesgeschichten, die mein Herz höher schlagen lassen. Doch zu meiner Überraschung ist es gerade das Lockmittel des Dramas gewesen, das ihm zum Verhängnis geworden ist. Es gab nämlich außer der großen vorbestimmten Sonne/Mond Liebe zwischen den Hauptcharakteren kaum andere Handlungsstränge und diese konnte für 20 Folgen nicht genug Konflikte aufbringen. Am besten wurde dies an den Entwicklungen der Charaktere deutlich.

Hwon (gespielt von Yeo Jin Goo – Warrior Baek Dong Soo und später Kim Soo Hyun – Dream High) war als junger Kronprinz in love einer meiner Lieblingscharaktere in den ersten Folgen. Sein Optimismus und Idealismus gespickt mit seiner Cleverheit, machten ihn zu einem würdigen zukünftigen König und seine Liebe zu Yeon Woo fühlte sich unschuldig und tiefgründig zugleich an. Es hat mir fast das Herz zerrissen als Yeon Woo aus dem Palast geführt wurde und Hwon versucht hat sich unter Tränen von den Wachen loszureißen, um bei ihr sein zu können mit den Worten „Sie ist meine Kronprinzessin!“. Sein älteres Ich als König ließ meiner Meinung nach etwas zu wünschen übrig, was aber definitiv nicht an Kim Soo Hyun lag, sondern daran wie sein Charakter geschrieben war. Als König war er bis zum Schluss sehr passiv und seine Liebe zu Yeon Woo schien mir schon fast an einer Obsession zu grenzen. Auch wenn Kim Soo Hyun seinem Charakter genug Leben eingehaucht hat, dass ich mich immer noch für ihn interessiert habe, so habe ich doch ab und an sein jüngeres Ich schmerzhaft vermisst.

Bei Lee Hwons Bruder Prinz Yang Myung (gespielt von Lee Min Ho – Rooftop Prince und Jung Il Woo – Flower Boy Ramyun Shop) sollte es mir leider nicht viel anders ergehen. Als illegitimer Sohn der Königs Familie hatte er sein Päckchen zu tragen, da er immer unter dem Schatten seines Bruders stand und dann verliebt er sich auch noch in Yeon Woo, die Kronprinzessin werden soll, natürlich hat er da allen Grund deprimiert zu sein. Doch auch hier war sein junges Ich weitaus optimistischer und weitsichtiger während sein älteres Ich 15 Folgen lang nichts anderes zu tun hat als in seinem Liebeskummer zu schwelgen. Was für eine Verschwendung von meinem geliebten Jung Il Woo…

Yeon Woo/Wol (Kim Yoo Jung – The Gumiho’s Revenge und später Han Ga In – Bad Boy) und alle anderen weiblichen Charaktere haben mich aber am meisten zur Verzweiflung gebracht. Als Wol lässt sich ihr Charakter auf zwei Worte beschränken „Noble Idiot“. Mehr als einmal opfert sie sich für den König auf und auch in späteren Folgen bleibt ihr Charakter immer gleich abhängig von ihm. Kann es keine vorbestimmte epische Liebe zwischen zwei Menschen geben, ohne dass die Frau ihr ganzes Leben aufgeben würde, um den Mann glücklich zu machen?! Das mag zynisch klingen, aber ich bevorzuge Charaktere mit Rückgrat anstatt Gutmenschen, die ihr Leben scheinbar nicht zu schätzen wissen. Es war vor allen Dingen so enttäuschend, weil die junge Yeon Woo so voller Scharfsinnigkeit war und unabhängig von Hwon eine eigenständige Persönlichkeit hatte.

Yoon Bo Kyung (Kim So Hyun – Rooftop Prince und später Kim Min Seo – Bad Guy) war einer der interessanteren weiblichen Charaktere, da ich anfangs damit gerechnet hatte, dass ich sie hassen würde, doch Kim Min Seos hervorragende Performance hat mich dazu gebracht ihren Charakter zu bemitleiden. Als junges Mädchen bekommt sie von den Intrigen mit, die Yeon Woo beinahe das Leben kosten, aber sie hält den Mund um Hwon heiraten zu können und Königin zu werden. Doch ihre Vergangenheit holt sie immer wieder ein und ihre Schuldgefühle treiben sie ein bisschen Shakespeare mäßig beinahe in den Wahnsinn. Was mich aber an ihrem Charakter sowie an fast allen weiblichen Charakteren gestört hat, dass auch ihr Leben abhängig von einem Mann gewesen ist, in diesem Fall Hwon, den sie aufrichtig liebt, der ja aber nun leider seiner Obsession für Yeon Woo verfallen ist und sie deswegen, wie Luft behandelt. Schmutzige Luft, die er lieber nicht einatmen möchte…

Was den Rest der Besetzung angeht, gilt noch Hwons Schwester Prinzessin Minhwa zu erwähnen, die aufgrund ihrer Obsession für Yeon Woos Bruder auch auf die völlig falsche Bahn gerät, obwohl ihr Charakter eigentlich so friedvoll und fröhlich hätte sein können. Langsam wird wohl das Muster dieses Dramas erkennbar. Abhängigkeiten und Obsessionen, ob das noch Liebe ist?

Die Bösewichte sind auch nur bloße Karikaturen, die sich aus Machthunger auf die dunkle Seite der Macht gestellt haben. Die böse Königinmutter und ihr Handlanger haben mich in 80% Prozent der Fälle gelangweilt, und da ich das Drama ja im Moment für Keksdose Subs übersetze, rolle ich bei jeder Szene in der die Bösen auftauchen schon mit den Augen. Außerdem waren die Bösewichte ab einem gewissen Zeitpunkt ziemlich uneffektiv, was das Ausüben ihrer Bösheit und dadurch war nach nur wenigen Folgen schon der Höhepunkt erreicht und der Spannungsbogen wollte bis zum Ende nicht wieder ansteigen.

Von außen betrachtet hat das Drama aber seine Pflicht erfüllt. Kulisse, Kostüme und Szenerie sahen immer qualitativ hochwertig aus, die Musik hat die Szenen gut untermalt und viele gut aussehende und gute Schauspieler hat es auch gegeben. Wenn ich das Drama schon nicht für seine Handlung loben kann, dann wenigstens für die Umsetzung, die hat meiner Meinung nach nichts zu wünschen übrig gelassen. Doch die Handlung ist ja nun mal das Herz eines Dramas und ohne Herz keine Liebe. Für mich hat TMTETS ein bisschen was von Bollywood Filmen, es wird viel wert auf die Äußerlichkeiten gelegt und die Sinnesorgane kommen alle auf ihre Kosten, aber die Handlung hat einen nicht unbedingt vom Hocker gehauen. Für einen regnerischen Nachmittag, an dem man Lust auf eine Schulze ohne viel Tiefe hat, würde ich das Drama definitiv weiterempfehlen, aber wer nach einem historischen Drama sucht, das auch durch das Innere überzeugen kann, der ist wohl mit The Princess Man besser beraten. Den halben Punkt oben drauf bei der Bewertung gibt’s für die grandiosen ersten 5 Folgen und Kim Soo Hyun, der sich die Seele aus Leib gespielt hat und mich zu seinem Fangirl gemacht hat.

Suchtpotenzial: 6/10

Bewertung: 6.5/10

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4 Antworten to “The Moon that Embraces the Sun – Review”

  1. eriinnye 19/04/2012 um 5:14 pm #

    Autsch^^ Ich habe auch ehrlich gesagt mit einer Lobeshymne gerechnet obwohl ich das Drama selbst nicht kenne. Auf Tumblr wurde ich aber immer wieder von den gifs verfolgt und habe alle rumschwärmen hören. Ich würde es auch total gern schauen, einfach um mitreden zu können, aber nach SKK Scandal (ich kürze es immer ab xD) habe ich Angst wieder etwas historisches anzuschauen und dann wieder zu viel zu spulen -.-
    Man man ich habe echt null Durchsetzungsvermögen xD
    Danke für die Review und die kritische Analyse, wie immer toll geschrieben 🙂

    • biene1709 19/04/2012 um 5:22 pm #

      Ich leide auch oft an chronischer Vorspuleritis 😀 Aber nach so vielen Jahren Dramasucht, habe ich gelernt, dass ich mir nicht alles angucken kann, wenn ich die langweiligen Szenen nicht vorspule. Bei so vielen Dramen auf der Welt muss man halt Prioritäten setzen. Das einzige historische Drama bei dem ich überhaupt nicht vorgespult habe und ein paar Mal fast an einem Herzinfakt gestorben bin, weil es so spannend war, ist Princess Man gewesen ^^

      • eriinnye 21/04/2012 um 10:44 pm #

        Haha – den Krankheitsnamen muss ich mir merken ^^
        Also sollte ich mir Princess Man anschauen, wenn ich mich wieder an ein historisches Drama rantrauen sollte?

  2. biene1709 25/04/2012 um 10:22 am #

    Zu Princess Man kann ich nichts weiter sagen als: definitiv Ja! 🙂

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